Tatsache ist, dass es Städte mit mehr oder weniger guten Aufklärungsquoten gibt, oder auch Städte, die an Bahnhöfen durch entsprechende Vorbeugemaßnahmen auch einen Rückgang der Fahrraddiebstahlzahlen verzeichnen konnten.
Es gibt also sehr wohl Städte, die sich intensiv mit dem Problem des Fahrradklaus an Bahnhöfen auseinander gesetzt haben und es noch tun. Je länger ich über das Thema recherchiert habe, umso mehr blieb bei mir das unangenehme Gefühl, dass Fahrradklau in Bonn weder für die Bahn (, die ich an Bahnhöfen besonders in der Verantwortung sehe), noch die Stadt, noch die Polizei ein Thema von hoher Priorität darstellt.
Dabei gäbe es aber sicher Ansätze, konstruktiv etwas dazu beizutragen, dass das Eigentum der Bahnkunden, mehr noch, das Eigentum der treuesten Bahnkunden (Pendler) besser geschützt würde.
Vorschläge
Hier ein paar Ideen, weitere Anregungen willkommen.
Achselzucken und Resignation haben angesichts der genannten Zahlen keinen Platz , weder privat, noch in der Politik, bei der Polizei, bei der Bahn! Fahrraddiebstahl ist kein Kavaliersdelikt!
1) Dringende Klärung der Verantwortlichkeiten und konkrete Übernahme/Aufteilung dieser Verantwortung. Angesprochen sind die Bahn, die Stadt und die Polizei. (Ich könnte mir hier einen "runden Tisch" mit Beteiligung der oben Genannten sowie dem ADFC, Betroffenen und der Presse vorstellen).
2) Videoüberwachung an allen offiziellen Radstellplätzen am Bonner Hauptbahnhof. Ich halte datenschutzrechtliche Bedenken angesichts von unzähligen Kameras, die man in der Stadt sieht, sowie in Anbetracht des Ausmaßes des Problems für wenig nachvollziehbar. Dazu noch zwei Links:
3) Radikale Entfernung sämtlicher Büsche oder sonstiger Sichtbehinderungen im Bereich der Fahrradstellplätze, die nicht schön sind, dafür aber einen willkommenen Sichtschutz für Diebe darstellen. Man hat an den völlig überlasteten Bahnhofs-nahen Stellplätzen tagsüber, besonders im Sommer praktisch keine Chance mehr sein Rad abzustellen. So ist man gezwungen die Stellplätze zu wählen, die eben wegen dieser Büsche, die ansonsten auch ein beliebter Spielplatz für Ratten sind, schwer einsehbar sind.
4) Entsprechend gute Beleuchtung auch in der Nacht.
5) Regelmäßige Reparatur von defekten Radständern, wovon es am Bonner Hbf reichlich gibt (defekte!).
6) Häufigere Patrouillen durch Polizei und/oder Bahnpolizei? (wie ist der Status quo?)
7) Ausbau der Bonner Radstation unterstützt durch die Bahn, die ich hier in der Pflicht sehe. Es geht schließlich um Ihre Kunden, liebe Bahn!Günstigere Gebühren für Radstationen für Bahn-comfort Kunden.
Daraus der folgende Indikator für einen "Tourismusbetrieb mit Herz für Radfahrer Innen: "Es gibt witterungsgeschützte, benutzergerechte und diebstahlsichere Radabstellanlagen oder Radaufbewahrungsmöglichkeiten."